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loswolfos
ganz neu hier


9 Beiträge

Erstellt am: 07 Feb 2018 :  22:47:30 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat

Hallo liebe Bruderzwist Mitstreiter,

da nun doch recht viel Zeit ins Land gegangen ist, hielt ich es für eine nette Idee euch das Reisetagebuch meines Helden "Wolfhardt" zur Verfügung zu stellen.


EDIT
@SL: Ich habe leider keine Ahnung, ob so etwas hier erwünscht oder erlaubt ist. Daher ist es euch natürlich frei gestellt, diesen threat wieder zu löschen.
@SL: Danke für die Erlaubnis

@Gerrit: Danke für den Hinweis, den ich hier auch gerne kurz wiedergeben möchte:
==>> Natürlich ist ein Tagebuch eine Aufzeichnung der persönlich erlebten Erinnerungen. Diese sollte man nur nicht als definitive Wahrheit darstellen.

Falls es erlaubt ist, fände ich es super wenn noch andere unter euch ähnliche Berichte beisteuern könnten.
Da es erlaubt ist, fände ich es nun natürlich noch "superer" wenn noch andere unter euch ähnliche Berichte beisteuern würden.
/EDIT


Ich denke, dass es keiner Erwähnung bedarf, dass "Berichte" solcher Art natürlich nur für OT Zwecke gedacht sind!

So, nun viel Spaß beim Lesen und posten....

Liebe Grüße
Timo


Bearbeitet von: loswolfos am: 11 Feb 2018 01:04:35 Uhr

loswolfos
ganz neu hier


9 Beiträge

Erstellt  am: 07 Feb 2018 :  22:56:45 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat


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Aus dem Reisetagebuch des Wolfhardt von Gluckenhang
Erdstag, 27. Rondra – Praiostag, 29. Rondra 1039 BF

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27.Rondra 1039 BF - zweite Perainestunde
Reise mit Darian von Wasserburg, meinem alten Freund aus der Kindheit, von Rappenfluhe nach Zinnhusen. Er hatte sich einer von drei Gruppen angeschlossen die getrennt voneinander reisen. Gruppen von irgendwelchen Brüdern, die sich beweisen müssen, damit der fähigste und nicht der älteste unter ihnen die Erbschaft der Baronie Rappenfluhe antreten möge. Habe das alles noch nicht so richtig verstanden - muss da wohl in Rechtskunde gerade ein wenig in Borons Armen geruht haben.

Einem der drei Brüder - Ritter Answin von Schwarzengrund zu Rappenfluhe - hat Darian seine Unterstützung zugesagt. In dessen Gefolge traf er Oleana wieder, eine Alchemistin aus dem Lieblichen Felde, die er noch aus Zeiten seines Eleviums kennt.

Seine Freunde sind auch meine Freunde, also reisen wir zu dritt in einem Haufen von zwei Männern in Waffen, sowie Händlern, anderen Alchemisten und Zaubereibegabten. Alles in allem keine sehr kampfstarke Gruppe. Zu allem Überfluss bricht die Nacht gerade herein. Also reisen wir nun auch noch während Praios´ Antlitz nicht über uns wacht..., durch die Wälder Rappenfluhes..., mitten in der Wildermark..., wenn das mal gut geht....

Wir sind am Dorfrand Zinnhusens angekommen und unser Anführer Answin schätzt die Lage gut ein... - Wie bereits festgestellt, sind wir keine kampfstarke Gruppe und das Dorf scheint von irgendwelchen Söldnern besetzt. - ...Er rät uns die Waffen stecken zu lassen und uns auf sein Handelsgeschick zu verlassen... das ich nicht lache - welche Waffen...?

So so - der, der sich selbst Hauptmann nennt, spuckt einem adeligen vor die Füße... Wenn wir hier heil wieder herauskommen, wird der nichts mehr zu lachen haben..., mal ganz abgesehen von dem fehlenden Kopf, mit dem er das dann noch tun könnte.

Dreckiges Söldner Pack! Haben uns alles was nützlich sein könnte, um hier wieder rauszukommen, abgenommen. Die wenigen Waffen, die Utensilien und - Hesinde stehe uns bei - den Magiern ihre Kraft. Darian ist außer sich vor Wut.

Scheint, als hätten die Söldner bereits eine der anderen Gruppen überrumpelt. Wir stehen nämlich, von den Söldnern zusammengetrieben wie Vieh, zwischen Gesichtern die mir fremd sind.

Einen ganz in schwarz gekleideten Magier habe ich gesehen – ooh... hoffentlich ist das kein Anhänger Borbarads oder schlimmeres... hat einen Kreis um uns herum abgeschritten und irgendwas von Band und Fessel gebrabbelt. Keine Ahnung was das bedeutet - jedenfalls kommen wir hier nicht mehr raus.

ROTE AUGEN...ROT LEUCHTENDE AUGEN! ...wie Feuerkugeln die sich aus nicht zu erkennenden Augenhöhlen in die Nacht brennen wollten. Heshtotim hat der Hauptmann dieser räuberischen Bande die genannt. Und sie würden uns schlimme Dinge antun, so wir nicht spurten. Neben mir steht ein Elf - darf nicht vergessen ihm später für seinen Gesang zu danken…wirkt unvorstellbar beruhigend und hilft klaren Verstandes zu bleiben. Und ein... ich vermute mal geweihter des Phex? Er macht einen recht zuversichtlichen Eindruck... In Anbetracht der Situation scheint mir diese Zuversicht aber irgendwie absurd. Wollen wir hoffen, dass sein Glaube uns das nötige Glück schenkt.

Kein Glück! - jetzt haben sie ein Exempel statuiert. Der schwarze Magier macht irgendwas mit Answin... er schreit als würde er aus den Niederhöllen heimgesucht und krümmt sich vor Schmerz. Wie schrecklich, und wir können überhaupt nichts dagegen tun... Immerhin ist er noch am Leben.

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27.Rondra 1039 BF - zweite Ingerimmsstunde
Rätselhaft... wir dürfen den magischen Kreis verlassen und uns frei im Dorf bewegen. Habe bei der Ankunft eine Taverne gesehen... die suche ich doch gleich mal auf um die bösen Geister aus meinem Verstand zu vertreiben... so es denn noch eine Taverne gibt und das Pack die nicht schon niedergebrannt hat.

Travia sei Dank - dachte ich es mir doch, soo blöd würden nicht einmal, oder besser: vor allem nicht! diese versoffenen Söldner sein - sie steht noch. Dennoch ist mir gar nicht wohl bei dem Gedanken, nun mit unseren Peinigern zusammen an einem Tisch zu sitzen...ach was…nicht wohl...ES PASST MIR ÜBERHAUPT NICHT!

Aaha, jetzt wird es mir um einiges klarer. Die Landvögtin ist hier! … ? … hmm …? ist doch nichts klar. War sie schon die ganze Zeit hier oder ist sie erst jetzt eingetroffen? Oder macht die gar gemeinsame Sache mit diesen Banditen? Jedenfalls scheint sie mit ihnen eine Art Abkommen ausgehandelt zu haben, weshalb wir uns wieder frei bewegen dürfen - allerdings weder in Gruppen von mehr als drei, noch außerhalb des Dorfes.

BEI PRAIOS! Die peitschten doch gerade nicht wirklich einen Deiner Geweihten aus? Ich glaube, ich träume schlecht... Das kann nicht sein! Er hat schrecklich rote Striemen und Furchen auf dem geschundenen Rücken, welche sich durch die zerfetzte Robe abzeichnen.

Und schon wieder diese Vögtin - Landvögtin Junivera von Rabenmund wie ich mir habe erklären lassen. Mischt sich nun lauthals ein. Brüllt irgendetwas von "Ihr habt mir zugesagt, dass niemandem ein Leid geschehen wird...! Es haben schon mehr als genug ihr Leben gelassen...!" so oder so ähnlich. - sieht ganz so aus, als hätte sie sich mit den falschen Leuten eingelassen. ...ist eine Rabenmund... ihr Ruf eilt ihr voraus... habe ja schon so einiges von denen gehört.

BEI BORON! Er sei seiner Seele gnädig! Ich dachte das Geschrei der Vögtin bezieht sich auf den Praiosgeweihten.... NEIN! Das ist zu surreal, als das es sich nicht um schlechte Träume handeln könnte - der Alb soll mich holen... Answin - unser Anführer - er wurde von den Räubern getötet! Ich habe ihn kaum kennengelernt und schon weilt er nicht mehr unter uns... wie grausam, - einfach die Kehle durchgeschnitten - ein Tod eines Ritters unwürdig. Obwohl ich ihn kaum kannte, bin ich mir sicher, dass dies nicht der Wille der Götter gewesen sein kann! … nicht auf diese Weise … !
Das alte Mütterchen dort drüben scheint derselben Meinung zu sein … sie weint bitterlich - so sehr, dass es einem durch Mark und Bein geht. Ich kann nicht anders - muss mich nützlich machen - muss versuchen ihr ein wenig Trost zu schenken.

Mein erster Gedanke war, dass sie vielleicht Answins Mutter sei - weit gefehlt. Sie ist die Amme der drei Brüder. Wollte ihr die Geschehnisse als trügerische Schattenspiele, ob ihrer alten trüben Augen verkaufen, aber sie ließ sich nicht davon abbringen das "ihr Answin" nun tot sei. Habe es selber zwar nicht mit eigenen Augen gesehen, aber alle erzählen darüber. Also wird es wohl stimmen. Angeblich war der Mörder sogar ein enger Freund... unglaublich... .

Höre es unter den Söldnern rumoren. Einige scheinen nicht ganz zufrieden zu sein. "Aber er zahlt gut..." höre ich eine unter ihnen widersprechen. Daa muss ich mal meine beiden Ohren spitzen.
"Zwei Kupfer pro Tag!" antwortet mir eine Söldnerin bereitwillig und grinst stolz auf meine Frage hin, wie viel Sold sie denn bekäme. Hielt es für eine gute Idee sie zu bestechen, um möglicherweise einige von ihnen auf unsere Seite zu ziehen.

Leider reicht der Intellekt dieser Söldner nicht einmal an die Übertreibungen aus Wirtshausgeschichten heran. Dumm wie drei Schritt Bornländischer Feldweg, wurde mein Angebot von 4 Kupfer pro Tag nur schulterzuckend quittiert. Meine darauffolgende Belehrung, das es sich dabei um den doppelten Sold handeln würde, wurde hingegen mit großer Fürsprache belohnt. Mal sehen..., wenn auch nur ein oder zwei im entscheidenden Augenblick abgelenkt wären … so wäre das besser als nichts.

Habe nun endlich mal einen der anderen Brüder angetroffen. Melcher von Schwarzengrund. Macht einen wirklich sympathischen Eindruck. Scheint recht volksnah zu sein. Hat mit nur zwei drei Sätzen Vertrauen in mir geweckt. Eine gute Gabe. Hielt die Idee mit der Bestechung auch nicht für schlecht, aber für ein sehr gefährliches Spiel mit dem Feuer... hatte ich so noch gar nicht drüber nachgedacht … Sollte meine Bemühungen dahingehend einschränken, wenn ich meinen Kopf auf den Schultern behalten will.

Schwester … Schwester … wieso Schwester? Warum wollen die alle wissen, ob ich eine Schwester habe? … Ach … liebe Selinde, ruhe in Frieden - könntest Du uns hier nur mit einer guten Gluckenhanger Lanze beiseite stehen... .

...ACH! Jetzt hat es mir Hesinde auch geflüstert! - eine Widerstandsbewegung wurde gebildet und sie suchen Leute die Waffen an den Söldnern vorbeischmuggeln oder vor der Gefangennahme verstecken konnten. Aber Schwester als Synonym für Waffen um den Gegenschlag vorzubereiten... wie ungeschickt... da kommt doch keiner drauf... .

Oleana und eine weitere hübsche Maid in ihrem Schlepptau haben eine jahrtausendealte gute Idee! Rücken ihre Mieder zurecht … und - oha - so habe ich sie noch nicht kennengelernt..., spielt ihre Rolle wirklich überzeugend. Soviel Mut hätte ich ihr nicht zugetraut... .

Der Widerstand ist in vollem Gange und wir warten nur noch auf das Zeichen der beiden Brüder bis es losgeht. Leider hat anscheinend keiner mitbekommen, wie dieses Zeichen aussehen mag. Melcher sagte, wir würden es erkennen - hoffen wir nur, dass er Recht behält.

...sehr sehr schade - die Söldner haben sich anscheinend bereits zu sehr daran gewöhnt unter ihresgleichen zu sein... war aber den Versuch unserer beiden mutigen und hübschen Maiden durchaus wert.

Offenbar konnte durch einige gewiefte Mitstreiter unter uns, der Lagerort unserer abgenommenen Waffen auf zwei Gebäude im Dorf eingeschränkt werden. Leider sind die Türen fest verschlossen und nun werden dringend Hände gesucht, die diese öffnen könnten. Einer der fähigsten für diese Aufgabe scheint mir der Geweihte des Phex dafür..., werde ihn mal sogleich empfehlen.

Tss, da kommt er doch ausgerechnet zu mir, MICH zu befragen, ob ICH nicht Schlösser „knacken“ könnte... was soll das? Meine hochgeachteten Collegae - Gelehrte und Mechanici des Reichs - entwerfen und konstruieren Schlösser sicher nicht über viele Monde hinweg dafür, damit sie ohne Schlüssel aufzubekommen sind! Gebt mir den Bauplan des gewünschten Schlosses und ich sage euch, wie der Schlüssel auszusehen hat, der dieses zu öffnen vermag... Halt! Jetzt höre ich mich ja schon selber an, wie diese hochmütigen und selbstgefälligen Privilegierten... ich darf keinesfalls vergessen ihn später nach seinem Phexens gegebenen Talents zu befragen!

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27.Rondra 1039 BF - zweite Rahjasstunde
Es geht los! Großer Tumult - werde meine Unterhaltung mit einer der Söldnerinnen fortführen, um sie weiter abzulenken.

Das war knapp! - Darian tauchte auf und fragte mich außer Atem nach - „WAFFEN! WO SIND DIE WAFFEN?“ - Mir stockte der Atem und war mir sicher... - gleich wäre es um ihn geschehen als die Söldnerin, wie als Antwort auf seine Unbedarftheit, ihr Schwert zog und Darian damit bedrohte. Konnten die Situation, Phex sei Dank, mit geschickter Ablenkung entschärfen.

Es ging drunter und drüber... schlussendlich konnten wir das Schlachtenglück zu unseren Gunsten wenden und die Söldnerbande zurückschlagen. Der sogenannte "Hauptmann" konnte leider unbehelligt fliehen. Hätte ihn gerne zu einem ordentlichen und praiosgefälligen Prozess unter die Augen bekommen.

Lange nicht so gutes Met gekostet... muss die Schankmagd später dazu befragen... habe fast ein schlechtes Gewissen unserem Schönhager Landwein gegenüber...

Was denn nun schon wieder? Eine eingestürzte Zinnmine? Arbeiter..., unter ihnen - einer vom Volk der Angroschim -, kommen voller Staub und Schutt auf ihren Kleidern aus der Mine geeilt. Was haben die da nur angestellt, um sie zum Einsturz zu bringen? Besonders der Angroscho hätte es doch besser wissen müssen. Na ja... wenigstens weiß ich jetzt warum das hier Zinnhusen heißt...

Konnte ein paar Worte mit Hochgeboren Hagen von Schwarzengrund wechseln. Ihm meine Bedenken gegenüber der Mine mitgeteilt. Mir ist das nicht geheuer... die stürzt doch nicht ohne Grund ein... schon gar nicht, wenn ein Angroscho dabei ist. Ausgerechnet jetzt - wo doch fast alle in Feierlaune sind und den Kelch bis zur Neige leeren... - was, wenn da etwas Ungebetenes herauskommt? Bat mich, mit meinen Freunden zusammen, ein wachsames Auge auf die Mine zu behalten. Kluger Mann, vom Wesen kühl, berechnend und distanziert, tritt autoritär, aber nicht unfreundlich oder gar herablassend auf... also genauso wie es sich für einen guten Baron geziemen würde. Verstehe nun noch weniger, weshalb die praiosgewollte Erbfolge nicht eingehalten wurde.

Fühle mich dazu bewogen, immer wieder mal um die Mine zu patrouillieren. Habe mit dem Angroscho dort gesprochen - teilte mir mit, dass das Holz, welches für die Stützpfeiler der Stollen zur Anwendung kam, von aller übelster Qualität gewesen sei. Irgendeiner namens Gerstenbinge finanziere wohl die Mine, aber der größte Anteil wurde wohl von diesem "Hauptmann" in die eigene Tasche gesteckt. Interessant – etwas dieser Art erzählte der Vorarbeiter der Mine doch auch.

Ohne Oleana würden Darian und ich wohl verhungern. Was für ein Geschenk Travias sie doch ist....

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28.Rondra 1039 BF - Praiosstunde
GEISTER??? HIER??? Sollte mich, ob der bisherigen Geschehnisse eigentlich nicht weiter verwundern... WAHRHAFTIG! Hätte ich doch nur die Finger von diesem Met gelassen!
Habe die Erscheinung zu verdrängen versucht... seine Hochgeboren Hagen von Schwarzengrund sogar darauf angesprochen, warum er denn über seine eigenen Füße stolpere.... Wie dumm von mir...! Sie war mehr als nicht zu übersehen. Auch von allen Anwesenden wohl beobachtet, schubste sie ihn voller Zorn vor sich her. War leider zu überwältigt, um ihre Anklage recht zu vernehmen.

Haben mir meine Sinne bedauernswerterweise doch keinen Streich gespielt. Wie Darian mir erklärte, werden sie von dieser Gestalt schon eine geraume Zeit und immer wieder Hagen anklagend heimgesucht - handelt es sich doch wohl um die im Kindesalter verstorbene Schwester der drei Brüder.
Erzählungen zufolge findet die geisterhafte Schwester keinen Zugang zu Borons Hallen, klagt sie doch Hagen als für ihren Tod verantwortlich an...."Er sei so verändert gegenüber früheren Zeiten", sagte mir die Amme... - mag dies wohl einer der Gründe für den von ihr geschilderten Seelenwandel Hagens sein? Würde gerne den Dialog mit ihm zu diesem Thema suchen....

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28.Rondra 1039 BF - Rondrasstunde
Interessante Leute hier - eine gute Unterhaltung zur Kugeltheorie und dem Praioslauf mit einem Thorwaler Magier aus Olport geführt. Aber dieses Met... muss meine Zunge hüten, wenn ich nicht noch der Ketzerei angeklagt werden will.

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28.Rondra 1039 BF - Efferdsstunde
.... Mehr Met ....

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28.Rondra 1039 BF - Traviastunde
Dieser sogenannte "alte Freund", der der Answin - so man den Gerüchten Glauben schenken darf - die Kehle durchschnitt, setzt sich doch tatsächlich an unseren Tisch! Barnabas soll er heißen. Wäre ich doch nur nicht der Etikette am Hofe unterwiesen... ich würde ihm mit der Lust Satuarias ins Gesicht spucken.... Herr Praios - verzeih´ mir meine ungefälligen Gedanken... .

Es steht mir nicht zu ihn zu richten. Weder kenne ich ihn, noch war ich bei der "Schandtat" dabei. Er jedenfalls schwört auf alle Zwölfe, dass er unter einer Art des Banns oder Zaubers stand. Die anwesenden hohen Herren der unterschiedlichsten Akademien scheinen sich jedenfalls einig, das nichts dergleichen darauf hinzuweisen vermag. Ihrer Kräfte beraubt, scheint dennoch fraglich, wie weit ihrer ehrenwerten Einschätzung Vertrauen entgegengebracht werden kann.

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28.Rondra 1039 BF - Boronsstunde
Der folgende und nicht zu vermeidende Disput mit diesem "alten Freund" Answins konnte, von dem offenbar aus gutem Hause stammenden, gut gekleideten Herrn Demian, zu des angeklagten Unwillo abgewendet werden.
Warum nur ist er so erpicht darauf, diesen Streit zu seinem Ende zu tragen? Ist er des Lebens müde oder fühlt er sich tatsächlich zu Unrecht angeklagt...oder beides? Oder... Anklage/zu Unrecht = des Lebens müde...? Ach - wer weiß schon was über Ursache und Wirkung bei Menschen auszusagen...

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28.Rondra 1039 BF - Perainestunde
Recht spät durch Praios´ Antlitz wach geworden. Erst mal mit Darian und Oleana einen guten uthurischen Quaffee getrunken und darnach meinen täglichen Aufzeichnungen zum Praioslauf nachgegangen. Die Hinweise verdichten sich - die Praiosscheibe "tickt" nicht ganz richtig. Sollte Satinav selbst womöglich doch bald auf Satuaria treffen? Das wäre das Ende der Welt - Ich hoffe inständig, dass die Kugeltheorie Recht behält und es nur ein Effekt dessen ist. Weiß noch nicht an wen ich mich damit vertrauensvoll wenden kann... Darian will nichts davon hören und die meisten anderen hier wissen nicht einmal eine volle Stunt zu unterteilen... Beim Zirkel könnte mir wohl mit Sicherheit wer weiterhelfen - aber diese weite Reise werde ich sobald nicht antreten können. … Vielleicht der Thorwaler Magier … ? Er scheint neuen Überlegungen gegenüber offen zu sein.

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28.Rondra 1039 BF - Ingerimmsstunde
Drakka! Dass der Hahn zur Firunsstunde auf dem Mist kräht war mir bekannt, aber dass der Angroschim zur Ingerimmsstunde vor der Mine brüllt war mir neu. Schon wieder ein Einsturz - warum schließen die diese Teufelsgrube nicht einfach, bevor noch mehr Leute Schaden nehmen....
Im Nachtkleid zur Mine geeilt und den furchtbar aufgeregten Angroschim vom Vorabend wild zeternd vorgefunden. Einige Frühaufsteher haben sich dort auch bereits wild durcheinander redend versammelt.

"Du trägst dein Nachtgewand!" - hatte der Angroschim gesagt … NATÜRLICH! Wessen Nachtgewand sollte ich auch sonst tragen?!?!? Naja, wenigstens konnte er mir erläutern, was passiert war. Durch den weiteren Einsturz hatte sich ein verborgener Durchgang geöffnet. DAS könnte ein interessanter Tag werden....

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28.Rondra 1039 BF - Rahjasstunde
War zu unserer Hütte zurückgeeilt und habe mich umgezogen. Werde jetzt mal meine Ausrüstung zusammensuchen und mir die Sache genauer ansehen.

Verphext und zugenäht! Immer noch alles voller Staub. Wenig bis nichts zu sehen. Komme später wieder.

Jemand hat zwei Fragmente eines Amulettes oder siegelähnlichen Artefakts in einer Höhle hinter dem neu geöffneten Durchgang gefunden. Setzt man die zwei Teile zusammen ergibt sich, das es einst kreisförmig gewesen sein muss. Ein oder mehrere Bruchstücke fehlen. Einen Kampf soll es auch gegeben haben. Aber mit wem? Da kann ja gar niemand darinnen gewesen sein. Hatten unsere Kämpfer Langeweile? Oder doch zu viel Met am Morgen? - von säbelrasselnden Skeletten war nämlich die Rede - aber ich sagte es ja bereits - die Mine ist mir nicht geheuer. Ob an der Geschichte mit den Skeletten vielleicht doch etwas Wahres dran ist?

Die Bruchstücke werden von der Rabenmund verwahrt. Um sie in Augenschein nehmen zu können, soll man sich an den Praiosgeweihten wenden. Eine gute Entscheidung denke ich.

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28.Rondra 1039 BF - zweite Praiosstunde
Der Staub sollte sich jetzt mal endlich gelegt haben. Schaue nochmal in der Höhle vorbei.

Unfassbar finstere Dinge gehen dort vor - der Staub hatte sich noch immer nicht gelegt und ein ständiger Strom neuen Rauchs und Staubs quoll aus der endlosen Leere nach. Aber... - Phex war mir hold - und so konnte ich doch tatsächlich ein weiteres Fragment dieses Artefakts finden.
Es stellte sich heraus, dass es das Letzte von dreien war. Es scheint als eine Art Schlüssel gedient zu haben, denn es gibt eine Einbuchtung in der Firunseitigen Mauer mit den gleichen Symbolen - so wie ein Negativ. Also doch ein Siegel. Die zerbrochenen Fragmente dort einzusetzen wurde mir von Praios´ Diener abgeraten. Vermutlich hat er damit Recht, aber versucht hätte ich es dennoch gerne - was sollte da schon passieren?

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28.Rondra 1039 BF - zweite Rondrasstunde
Versuchten mittels eines Gips-Abdrucks der drei Fragmente ein neues "Siegel" zu gießen. Bis jetzt leider mit eher mäßigem Erfolg.... mal ist die Mischung zu dünn, dann wieder zu dick – ein andres mal trocknete sie zu schnell, mal blieb sie selbst unter Praios´ Antlitz flüssig... – man konnte Oleana die Verzweiflung nicht nur ansehen... man konnte sie mit geschlossenen Augen erspüren.
Bin immer noch sehr erstaunt darüber, dass sie uns gewähren ließ... hätte sie Darian und mich doch am liebsten in die Niederhöllen geschickt, damit sie in aller Ruhe ihrer Arbeit nachgehen kann. „Zu viele Köche verderben den Brei“, hatte die Zofe meiner Schwester immer gesagt, wenn zu viele an ihr herum zupften.
Also tat ich, wie mir unausgesprochen geheißen war und verbrachte in Demut die Zeit mit dem Abwasch ihrer alchemistischen Ausrüstung.

Satinav spielt offenbar gegen uns. Laut einer Hand Späher die die Gegend patrouillierten, ist ein Trupp Gestenbinges in der Größe etwa eines Banners unterwegs nach Zinnhusen. Konnte sich dieser "Hauptmann" doch tatsächlich unbescholten durch die Wälder zurückschlagen und Meldung geben. Dieser Gerstenbinge höchst selbst soll wohl auf dem Wege zu uns sein.
Würde ihn am liebsten gleich, zusammen mit seinem Hauptmann und seiner Gefolgschaft, in der Mine einsperren. ACH...! - was rede ich da? - Was auch immer sich hinter dieser Wand befindet - es darf auf keinen Fall in die Hände dieses Gerstenbinge geraten!

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28.Rondra 1039 BF - zweite Efferdsstunde
Das Schiff der Zeit fährt uns davon. Es will uns einfach nicht gelingen ein neues Siegel zu gießen - und das, obwohl uns der Vorarbeiter der Mine bestes Silber aus eben jener zur Verfügung gestellt hatte.
Dann müssen wir es halt so versuchen - der Praiosgeweihte ist derselben Meinung.
Dass es aus akademischer Sicht wohl irrsinnig ist mit einem zerbrochenen und womöglich ehemals magischen Siegel, dieses Schloss öffnen zu wollen, das weiß er selber - aber auch ich will nun endlich wissen, was da hinter dieser Wand ist!
Phex stehe mir bei, Hesinde verzeih´ wider besseres Wissen zu handeln und Praios, sieh’ mir nach Deinem Diener die Schuld an meiner Neugierde zu geben.

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28.Rondra 1039 BF - zweite Tsastunde
Schmerzen am ganzen Leibe... ohne die tapferen Helfer im Lazarett wäre ich jetzt wohl tot. Würde mich gerne bei allen meinen Rettern bedanken - habe aber leider keine Ahnung wer mich da aus der Höhle herausgetragen hat. Das Letzte, an das ich mich erinnere, war ein dumpfer Schlag von hinten - kurz unter meiner Brust. Höllenpein - dann Dunkelheit...
Weiß noch, dass der Praiosgeweihte anwesend war und mir vorher jemand einen Schild auf den Rücken geschnallt hatte.

Die Heiler jedenfalls verstehen ihr Handwerk - offenbar besser als ich das Meine. Die Wunde ist schon fast wieder verheilt. Nur ein dunkler, schnell schwindender Fleck zeugt noch von einem etwa 8 Rim oder grob eineinhalb Finger durchmessenden Speers, welcher mich durchbohrt haben muss.
Selten dass sich Praios und Hesinde mal einer Meinung zu sein schienen - sollten meine Sühnen offenbar, ob meines ungefälligen Verhaltens, Bestrafung finden. Dass sie aber nicht im Tode endete - nun ja, das habe ich wohl guten Zuspruchs Peraines und Phexens zu verdanken.
Werde mich auch gleich mal dem Phex Geweihten empfehlen - hatte ich so oder so vor. Muss noch erfahren, wie seiner Meinung nach unsere komplexen Riegelmechaniken überwunden werden können.

Habe ferner erfahren, dass es einem Geweihten des Tsa gelungen war, das Siegel zu erneuern. Es gelang damit wohl tatsächlich einen Durchgang zu einem weiteren Raum zu öffnen. Nach kräftezehrenden Kämpfen mit Skeletten und Spinnen aus dem Raum hinter der Siegelfassung, eröffnete sich, dass irgendwer eine Art Gruft dort einrichten ließ. Drei Särge, zwei Steintafeln und etwas, das wie ein Opferaltar anmutete, fanden unsere mutigen Mitstreiter dort vor.
In einem der Särge haben sie wie ich hörte Kratzspuren gefunden. Kratzspuren von Fingernägeln! Als wäre der oder die arme bei lebendigem Leibe bestattet worden. Die daneben liegenden Steintafeln waren beschriftet.
"Hic laborat in aeternum haeriticus Ugo Drakenfluhensis" stand auf der einen und
"Hic laborat in aeternum haeriticus Vitus Drakenfluhensis“ stand auf der anderen Tafel.
Ach ja, ein großes Stückchen Stoff wurde ebenso aufgefunden... . Nachdem ich im Lazarett mein Bewusstsein wiedererlangt hatte, ließ ich mir eben diesen Stofffetzen zeigen.
Es war ein Wappen, das einen Drachen zeigte... Goblinkacke! - weder kam mir Blasonierung und Tingierung in irgendeiner Weise bekannt vor, noch konnte ich einen Bezug zu irgendetwas aus unseren mittelreichischen Wappenrollen herstellen... hätte ich in all den Jahren des Studiums doch einfach mal besser aufgepasst!
Sei es drum - die Magier haben sich der Sache angenommen, sind aber wohl leider nicht viel weiter als über die Übersetzung hinaus gekommen. Soviel Einsatz und keine brauchbaren Ergebnisse... Bei Rondra...! Muss später weiter notieren... Der Gerstenbinge samt Gefolge ist da!

…und er hält... eine Ansprache? Als ob irgendwelche seiner Worte, den letzten Tag unvergessen machen könnten! Und schon wieder haben sie diese... in schwarz gekleideten Magier dabei - OH NEIN! Ich kann und WILL diesen Anblick roter Augen nicht wieder ertragen müssen!

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28.Rondra 1039 BF - zweite Ingerimmsstunde
Um Haaresbreite und mit Rondras Hilfe konnten wir das Gerstenbinger Banner zurückschlagen - so man es denn so nennen darf. Hatte doch bereits deren erster Pfeilhagel unsere Kräfte geschwächt, traten auch schon wieder diese "Heshtotim" in das Kampfgeschehen ein. Als hätte es nicht gereicht sie nur ansehen zu müssen - jetzt mussten wir auch noch gegen sie kämpfen.
Mit zwei Schwertern bewaffnet und scheinbar unverwundbar, sank unsere Moral ins Bodenlose. Und was hatten wir? Von den ein bis zwei Handvoll Kämpfern abgesehen? - Die Markgräfliche Garde zu Rommilys, geschätzte ein bis zwei Haufen Thorwaler und Söldner - so wie wenig erholte Magier. Einen Sonnenlegionär habe ich auch gesehen. Der Rest von uns aber hatte mit der Kunst des Kampfes so viel zu tun, wie ein Goblin mit der Objektivitätstheorie. Was sollten wir schon tun? Sie mit der Feder unter der Fußsohle zu Tode kitzeln? Oder sie mit Theorien, dessen einzelne Wörter ihren Verstand zum Platzen bringen würden, in Borons Hallen schicken? Aber so ist es wohl in diesen schweren Zeiten - da muss die Feder, dem Anscheine nach, dem Schwerte weichen.

Vermutlich sind diese Heshtotim selbst ein ganzes Banner wert! Muss es also der hinterhältigen Kampftaktik geschuldet gewesen sein, die Rondras Schlachtenglück unserer Seite zuteilwerden ließ. Umgingen die Heshtotim doch unsere Frontlinie und mit ihr unsere stärksten Kämpfer, um sich von hinten an die Wehrlosen zu schleichen. Ein Bannkreis an glücklich gewählter Stelle, schickte zwar einen dieser "Rotaugen" in die Niederhöllen zurück - aber ein weiterer versuchte, durch die hinter dem Lazarett eingerichtete Barrikade durchzubrechen. Den Heilern sei Dank, dass er scheiterte - so waren sie es doch die dafür sorgten, dass sie standhielt. Oh Nein! - bei Hesinde! - erst jetzt sah ich durch das Getümmel hindurch Darian - Oleana kniend an seiner Seite - unter Qualen dort liegen!

Es tat mir in der Seele weh, aber es blieb keine Zeit nach ihnen zu sehen - schwebte doch schon ein weiterer auf uns und das Lazarett zu. Warum nur wählten sie uns als Ziel? Was hatten wir schon getan? Sollten sie sich doch Gegner ihrer ebenbürtig und keine Opfer suchen.
Rondra allein weiß, woher ich den Mut nahm - Verzweiflung? - Die pure Angst in den Augen dieser wunderhübschen Heilerin neben mir? Das Wissen um Oleana und Darian, die beide dort drüben waren? - Ich weiß es nicht … konnte mich jedenfalls unter seinen beiden in der Bewegung des Streichs befindlichen Schwerter her rollen und ihm mit dem meinen einen Schlag versetzen. Der Treffer schien ihm nichts zu bedeuten, doch wenigstens ließ er uns unbehelligt zurück und suchte sich ein neues Ziel auf dem Schlachtenfeld.

Auf wundersame Art und Weise - und nachdem ich schon glaubte wir wären verloren - zogen sie ab. SIE ALLE. Gerstenbinge. Sein was auch immer von seinem Banner übriggeblieben war. … Und die Magier... - mitsamt ihren unheiligen Kreaturen. Habt DANK ihr Zwölfe unser Leben verschont zu haben!

Doch Zeit für eine Verschnaufpause war uns nicht vergönnt... noch während wir die Verletzten auflasen, wurde aus Richtung Taverne "Feuer" geschrien! - eine Hütte in Nähe der Schänke stand lichterloh in Flammen. Ich meinte jemanden "Barnabas ist dort drin!"... brüllen zu hören. Mit Wasser und Schweiß gaben wir unser Möglichstes dem Feuer Einhalt zu gebieten... es reichte nicht. Jemand wollte gar durch das Funkenmeer in die Hütte eindringen. Zu seinem Glück konnte er von ein paar starken Händen davon abgehalten werden, wäre er doch sonst selbst ein Opfer der Flammen geworden.

Es ist schon merkwürdig - keine Spur von Groll. Ganz im Gegenteil - Mitleid empfinde ich. Sollte er doch dort - auf Anweisung der Landvögtin hin - auf einen praiosgefälligen Prozess warten. ...Dies lässt mich grübeln - hätte sie doch den lieben langen Tag, bis wenigstens zur zweiten Firunsstunde, Zeit dafür gehabt. Stattdessen lief oder saß sie die ganze Zeit über untätig in der Gegend herum. Für unseren lieben Adel zwar nicht unüblich, kommt mir diese Sache dennoch irgendwie almadanisch vor.
Ich wüsste nur zu ge_______

Geister! Urplötzlich - wie aus dem Nichts - Geister..., Gespenster..., oder Dämonen...? Da kenne ich mich nicht aus - aber sie waren furchteinflößend. Wie viele es waren - ich weiß es nicht mehr, war selbst zu erschrocken... zwei oder drei vielleicht... flogen... schwebten... etwa zwei bis drei Schritt über dem Boden. Saßen wir doch vor der Taverne, um den vergangenen Kampf zu verarbeiten und Antworten auf quälende Fragen zu suchen... da jagten sie uns allen einen gehörigen Schrecken ein. Manche suchten Schutz unter den Tischen oder in der Taverne. Andere wiederum wussten offenbar nicht, ob ihre Waffen etwas gegen sie auszurichten vermochten. Spielte da doch sicher noch die Erfahrung mit den Heshtotim eine Rolle.

Darian mein Freund - sich derart geschwächt diesen dunklen Wesen entgegenzustellen... Meinen persönlichen Respekt hast Du!
Einige andere deiner Zunft taten es dir gleich. Doch konntest du einen - mit was auch immer du ihm da entgegengerufen hast - verjagen. Gedankt sei dir.

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28.Rondra 1039 BF - zweite Rahjasstunde
Tss, Darian ist eingeschlafen...einfach so - mitten auf dem Tisch. Kein Wunder - er muss völlig erschöpft sein. Warum legt er sich nicht einfach in unserer Hütte schlafen? Na ja - du mochtest es eben noch nie irgendetwas zu verpassen - hoffentlich verschüttest du mir nicht mein gutes Met...

UM BORONS WILLEN! Was für einen Traum hast du ihm da beschert? Erst glaubte ich es sei der Erschöpfung wegen gewesen, aber plötzlich - wie vom Nachtalb heimgesucht - wachte er auf, fuchtelte wie irre herum und erzählte, teils panisch verwirrt, - Erfahrungen..., als hätte er nicht geträumt, sondern wandelte er tatsächlich in einer anderen Sphäre. So habe ich ihn noch nie erlebt. Ich mache mir große Sorgen mein Freund - was hat da deinen über Dekaden hinweg trainierten Geist überwinden können?
Ich mag mir nicht ausmalen, was für einen Schrecken es für diejenigen bedeutet haben mag, die nicht erlernten die Kontrolle über ihren Geist zu bewahren! Denn wie sich zeigte, war Darian nicht der Einzige dem es widerfuhr - auch einige andere unserer Mitstreiter hatten dieses überaus dunkle Erlebnis. Ich kann dir nicht genug danken Praios, dass Deine Diener mit uns sind, um dein Licht in diesen armen Seelen wieder aufleuchten zu lassen!

Überall im Lager höre ich die Leute ihre Geschichten erzählen - es sind mehr als ich annahm... ich könnte des Mitgefühls wegen in Tränen ausbrechen, aber das geziemt sich weder für einen Mann meines Standes, noch für einen Abgänger des wissenschaftlichen Instituts - brauche Ablenkung - akademische Untersuchungen könnten helfen....

Was haben wir denn vorgefunden?
- Träumende die überzeugt waren tatsächlich woanders gewesen zu sein.
- Träume derer Art, in der die Betroffenen zwischen Realität und Traumwelt nicht zu unterscheiden wussten.
- Intensive Halluzinationen nach Erwachen

Mögliche Ursachen:
- Parallelwelten? Im Zirkel hörte ich davon - aber Nodices-Causali - hier? Zu weit hergeholt, ein Minderglobul allenfalls - aber warum sind dann nur einige betroffen, wo wir doch alle am gleichen Platze sind?
- Es könnten Dämonen oder Geister im Spiel sein, davon gibt es hier ja mehr als genug – aber wie bereits festgestellt, weiß ich kaum was darüber... hätten wir doch nur einen dieser schwarzen Magier gefangen nehmen können - die kennen sich hier sicher hervorragend aus.
- Eine Prise Regenbogenstaub ins Wasser gerührt...? Alchemisten gibt es hier...hmm. Aber wer trinkt denn hier Wasser? Nach den heutigen Ereignissen dürstet es allen nur nach Bier, Wein und Met - gar stärkeres Gebräu wurde mir bereits angeboten. Oleana könnte mehr dazu beitragen.
- Auch wenn es mich ergriff was ich hörte, darf ich profane Träume nicht ausschließen. Mal sehen was Darian dazu meint.

Darian ist weg! - Oleana zufolge ist er hinter der Taverne verschwunden - muss nach ihm sehen. Sich hier im Wald alleine herumzutreiben - nach allem was passiert ist - wie leichtsinnig!

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29.Rondra 1039 BF - Praiosstunde
Hesinde sei Dank. Darian hat sich nur zu ungefährlicher und stiller Meditation an den Waldrand zurückgezogen. Es droht keine Gefahr und auch sonst tut sich kein Laut aus dem umliegenden Wald – ich werde dennoch Wache halten.
Als er sich erhebt, ist wieder die gewohnte Beherrschtheit in seinen Augen zu erkennen. - Ich muss zugeben - ich beneide ihn ein wenig um diese Art der Selbstkontrolle.

Wir sind bei der Taverne zurück und nach ein paar tiefen Atemzügen meint er in der Lage zu sein, mir von seiner Erfahrung berichten zu können. Doch kann er nicht verbergen, dass es ihm schwerfällt.... Er schließt die Augen -
„Dunkelheit. Totale Finsternis. Ein Raum. Skelette und Heshtotim nähern sich – langsam – ICH – bewegungsunfähig. …Passivität… sie sind nah... Ohnmacht... kommen näher... …Äonen vergehen… – …sie strecken ihre Klauen nach mir aus…!“ - Er öffnet die Augen..., unterdrückte Verzweiflung ruht in ihnen.

Für ihn war es kein profaner Traum.

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29.Rondra 1039 BF - Rondrasstunde
Sybilla von Schwarzengrund zu Rappenfluhe. Die Gemahlin von Hochgeboren Hagen von Schwarzengrund zu Rappenfluhe… - gesellt sich in dem Moment zu uns, als Darian gerade Oleana und mir erklärt, das diese "Gespenster" eigentlich "Braggu" genannt werden.

Sybilla... - sie bestand nicht auf die förmliche Anrede..., wie gerne hätte ich noch länger mit ihr gesprochen - am liebsten die ganze Nacht hindurch. Über was für ein breit gefächertes Wissen sie verfügt und was für eine gute Zuhörerin sie doch ist. "Wie glücklich muss Euer Gatte sein, mit einem so wundervollen Weibe vermählt zu sein." sagte ich zu ihr. Ich Trottel - soll ich mich doch gleich freiwillig von seiner Garde zum Schafott führen lassen.
Rahja sei Dank, fasste sie es gut auf und schien überdies ungewohnt liberal zu sein. - Überhaupt steht sie dem Anscheine nach so ziemlich allem über die Maßen hinweg weltoffen gegenüber.... Ich erinnerte mich an meinen Großvater - sagte er doch immer mit tiefer Stimme: "Reisen ist doch nütze sehr". Wie Recht er in einigen Punkten damit hatte. Öffnet es doch den Geist, so man es zulässt... - ja..., gereist sei sie viel erzählte sie mir, und so lernte sie Hagen in einem Lazarett kennen, wo sie dessen Wunden verband...

Über Schulen, in denen das Wissen auch dem gemeinen Volke zur Verfügung stünde, sprachen wir... - ab Kindesbeinen an sollten die Kleinsten mehr über die Welt erfahren, als das ein Apfel kugelförmig sei und gut schmeckt. Es war unglaublich - sie teilte diese Meinung mit mir - mehr noch - sie würde es als hehre Aufgabe beim Wiederaufbau der Baronie Rappenfluhe betrachten! Mit der Verbreitung von Wissen, Dere zu einem besseren Ort zu machen, - JA! Das verstehen nur die wenigsten.
Von Windmühlen, Wasserrädern und Aquädukten wollte ich erzählen - doch...sprach sie meine Gedanken aus, noch bevor ich sie im Geiste zu ihrem Ende geformt hatte.
Sie war so aufgeschlossen - und wie ich bereits bemerkte - ... was für eine fantastische Zuhörerin! - Eine, die ausnahmsweise mal verstand, wovon ich sprach. Es gäbe so viel zu tun, dass sie nicht abgeneigt wäre mir gar einen Posten anzubieten, so ihr Gemahl Baron werden würde.
Mir schien es gar nicht recht, sie alleine ins Feldlager zurückgehen zu lassen, aber leider bestand sie darauf. Nun ja - wies sie doch zumindest mein kleines Geschenk, in Form einer kürzlich erst erdachten, bescheidenen Erfindung, nicht ab....

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29.Rondra 1039 BF - Perainestunde
Kein Zwerg der Ruft? Keine Heshtotim? Keine Einstürze keine Gefechte keine brennenden Häuser... ? Fortombla hortomosch!
Wir genießen den Quaffee. Darian hatte sich in der Nacht bereits früher empfohlen und seinen gerechten Schlaf geschlafen, während ich es mir noch bei den Thorwalern gemütlich gemacht hatte. Ein nettes Völkchen - jedenfalls solange man mit ihnen zusammen trinkt. Aber daran sollte es weiß Travia, nicht scheitern. Tolle Lieder haben sie zum Besten gegeben und ich habe es wirklich genossen. Es war keine Anspannung mehr zu spüren - reine Erleichterung. Natürlich in dem Wissen - und dies war auch der Tenor - das, sollte nun noch etwas Schlimmes passieren, man vorher genügend getrunken haben sollte, bevor man die Ahnen grüßt.... oder war das vor dem gestern? Kein Met mehr für mich...

Aber eine schwere Aufgabe steht uns noch bevor... das zu Grabe tragen der Toten...

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29.Rondra 1039 BF – zweite Praiosstunde
Man hatte noch in der letzten Nacht seine Gebeine aus der völlig niedergebrannten Hütte geborgen, um sie vor allem Unheiligen das hier in der Gegend lauert, zu schützen. Ich nehme an, auf Empfehlung der Boroni hin, die unter uns weilt.
So sollen seine Überreste, zusammen mit den Knochen der verfluchten aus der Mine, bestattet werden, damit auch sie ihre Ruhe finden können.
Es sind recht viele erschienen um Abschied zu nehmen, doch obwohl eine Boron gefällige Andacht gehalten wird, fühle ich mich nicht wohl dabei - hatte er, und vor allem sein Ableben - mehr Fragen als Antworten hinterlassen. Ich werde den Gedanken nicht los, dass er in einem anständigen Prozess vor Praios´Antlitz einige interessante Fragen beantwortet hätte. Aber das war ja offensichtlich nicht erwünscht!
Da Steht sie nun, in ihre schwarze Kutte gehüllt, und hält für die Toten wie für die Lebenden den Boronsdienst.

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29.Rondra 1039 BF - zweite Rondrasstunde

Melcher und Hagen nützten den Umstand, ob der beendeten Andacht, um den Versammelten zu verkünden, wie es nun weitergehen solle. Jeder der beiden auf seine eigene, ihm auf den Leib geschnittene Weise. Mir war es in den vergangenen Tagen nicht entgangen, dass sie sich nicht einig in dem sind, wie der Weg zu einer Lösung begangen werden sollte. So schien sich keiner der beiden bereit, auf den anderen zuzugehen, um mit gemeinsamen Kräften ein Ziel zu erreichen. Doch nun sollte alles anders werden. Die Brüder wollen ihren Zwist und den „Wettstreit“ ruhen lassen, um gemeinsam die Baronie ihrer Vorfahren zurückzuerobern. So harmonisch ihre Ansprache anfangs auch wirkte – reihten sich jäh wieder Zwistigkeiten ein.
Der Magier aus Olport ging dazwischen – und er sprach wahr: Sollten sie sich doch wenigstens ihres verstorbenen Bruders zuliebe einmal einig sein! Es gilt größeres zu erreichen – müssten sie doch dazu erst einmal lernen sich in Demut zurückzunehmen und dem jeweils anderen die Hand zu reichen.

Pffh... welch´ Überraschung... wo war ich da nur mit meinen Gedanken? - Erklärte die Rabenmund doch tatsächlich, dass sie einen Entschluss zur Nachfolge gefasst habe... - Aufgrund welcher Ereignisse? Darüber zu sinnieren wird wohl noch viele unserer Abende füllen – sollen wir uns doch zu unbestimmter Zeit auf den Weg zur Burg Rappenfluhe machen. Denn erst dort, am Stammsitz der Familie, werde sie ihren Entschluss zur Nachfolge der Baronie verkünden.

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29.Rondra 1039 BF - zweite Efferdsstunde
Oleana, Darian und ich beratschlagen uns, ob der vielen losen Enden. Was Oleana zu sagen hat betrübt mich:
"Was sollen wir noch hier? Answin - dem wir unsere Unterstützung zusagten - ist tot, dieser Ort hier ist verflucht, und WIR ALLE sind nur knapp mit heiler Haut davongekommen. Ich weiß nicht, aber ich glaube, wir sollten so schnell wie möglich zusehen, dass wir unsere sieben Sachen packen und von hier verschwinden. Wir haben hier nichts mehr verloren!"
Darian und ich sind anderer Meinung, nur leider hat sie nicht ganz Unrecht mit dem, was sie da sagt... aber …
… ein Posten mit Aussicht auf Ausübung des Lizentiats in einer neu aufzubauenden Baronie...? Hmm …


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Redigiert Tsa´41
Stadtchronist Willibald Schreiber
Druck- & Verlagshaus Trullehag der Stadt Traviansfurt in Gluckenhang

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Bearbeitet von: loswolfos am: 11 Feb 2018 00:40:48 Uhr
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Golan
neues Mitglied


48 Beiträge

Erstellt  am: 11 Feb 2018 :  16:58:35 Uhr  Profil anzeigen  Antwort mit Zitat
Ein kurz nach den Ereignissen von Bruderschwester Dajin verfasster Brief:

Preise die Schönheit, Bruderschwester Perijan!

Ich hoffe Tantchen Gruschja und Bruderschwester Timojin sind beide wieder bei guter Gesundheit. Ich möchte dir gerne von einer vierfach interessanten Gegebenheit berichten, die mir widerfahren ist. Ich weiß, bei dir kann ich mich darauf verlassen, dass sich diese Geschichte zweimal schnell in den Kladj verbreiten wird, sodass alle Wissenden von diesem bruderlosen Ort erfahren werden.
Wie du sicher gehört hast, habe ich mich als freier Heiler dem Garethja Hagen angeschlossen, der seinen Bruder finden wollte. Schwester Rondra hat diese Brüder (drei an der Zahl) eine Menge ihrer Gaben zur Verfügung gestellt, sodass sie, wie ich erfahren durfte, ständig am Zanken und aneinander Messen sind. Doch, oh weh, Bruder Boron war diesem Ort nicht fern.
Jedenfalls kommt unsere kleine Gruppe, bestehend vor allem aus Handwerkern und wenigen Kampfstarken, bald am Abend in die Nähe des Dorfes Zinnhusen. Wie du es ja auch aus Festum kennst, sind die Wälder dort licht und trist und die Straßen breit, sodass wir wohl eine Meile hinter uns die Lichter einer anderen Gruppe erkennen konnten. Der jüngste Bruder oder die Vögtin soll diesen Haufen wohl anführen, so wurde mir gesagt. Perijan, kannst du das glauben? Die Geiser dieser Garethjas müssen wirklich vernebelt sein, dass sie sich nicht zusammen geschlossen haben.
Vorsichtig nähern wir uns dem Flecken und erkennen bald, dass dieser von dunklen Gestalten besetzt scheint. Aber, Bruderschwester, das war nicht alles. Erschrocken musste ich die rot glühenden Augen von Ungestalteten erblicken. Diener des Dharzjinion waren unter ihnen, kein Zweifel.
Bevor wir uns versahen waren wir auch schon erkannt und der Rückweg abgeschnitten. Verzweifelt schlugen wir uns zur Seite eines Gebäudes durch, vor uns die dunklen Gestalten, hinter uns der dunkle Wald, in den wir uns hätten flüchten können. Zu meiner Schande muss ich zugeben, dass ich zu lange zögerte. Die unbewaffneten in Sicherheit zu bringen hätte mein höchstes Anliegen sein sollen, doch diese waren wie paralysiert und nicht zu bewegen, während ein Magier uns wertvolle Momente erkaufte. Und schon waren sie auch hinter uns. Es blieb nichts als die Aufgabe. Waffen wurden uns abgenommen, misstrauisch wurden wir gemustert.
Aber auch hier, an diesem von den Wesen des Äthrajin befleckten Ort, war Rur‘s Plan noch immer in Kraft. So sahen diejenigen, die uns bewachen sollten, offenbar keine Gefahr mehr in uns, was mir in einem unbesehenen Moment erlaubte, ihrer Gefangennahme zu entkommen, ehe sie mich gut genug erkennen konnten. Mein Plan war nun, mich zur letzten Gruppe durchzuschlagen, und sie rechtzeitig zu warnen. Auf der schönen Insel undenkbar, doch hier bewegte ich mich erfolgreich bei madaloser Nacht durch den Wald. Jedoch nicht schnell genug, wie ich feststellen musste. Auf etwa halbem Weg, beim Boronsanger des Dorfes, traf ich auf einige Kämpen der letzten Gruppe, die sich herausgeschlagen hatten. Auch diese Gruppe hatten sich fassen lassen.
Wir warteten auf eine Möglichkeit, etwas zu tun, und bald lasen wir eine weitere Flüchtige auf. Sie erzählte von dunklen Ritualen die abgehalten wurden, jedoch waren die Menschen, entgegen meiner Befürchtungen, nicht exekutiert worden, was zumindest Bluttempler ausschloss. Aber unser Versteck erwies sich als tückisch, sobald wir eine Prozession auf dem weg zu uns fanden. Offenbar war jemand verstorben! Schnell versteckten sich die Dame und ich unter nahen Bänken, während die Kämpen die Chance nutzten, sich unter das Volk zu mischen, um Informationen zu erhalten. Wie gerne wäre ich mitgegangen, doch stach ich unter den Garethjas hervor wie der Maran unter den Möwen. Nur die leise Stimme des Borondieners und unser Atem war zu hören, während ich stumm betete, dass Bruder Phex seinen Mantel über mich legen möge. Und tatsächlich, bald waren sie gegangen und unsere Herzen erleichtert. Kurz später kehrten auch die Kämpen zurück, und brachten den Liebsten der Dame mit sich. Dieser berichtete, dass sie sich recht frei bewegen durften und bereits einen Aufstand planten. Ihnen fehlten lediglich Waffen, welche sie zur Tarnung Schwestern nannten, sowie ein Signal. Der Tod eines der Brüder hatte sie alle angestachelt. Ja, jener war es auch, der zu Grabe getragen wurde.
Und tatsächlich, bald schon begann der Kampf und wir konnten das Dorf befreien. Doch damit war es noch nicht vorbei. Am selben Abend noch erschienen weitere Wesen des Äthrajin, und nur mit Müh und Not konnten wir uns ihrer erwehren, hatten wir doch keine magischen Waffen. An jenem Abend fand ich schließlich noch neue Freunde in einer Gruppe Thorwaler, die ganz ähnliche Ansichten zu der ganzen Situation hatten wie ich. Doppelt fasziniert war ich, als ich feststellen konnte, dass ihr Glaube doch Rur‘s Schöpfung sehr nah kommt, wenn man nur die parallelen ziehen kann. Gerne werde ich dir davon berichten, wenn wir uns das nächste mal sehen.
Am nächsten Tag taten sich weitere Probleme auf. Zum einen erschien ein Botschafter des Anführers dieses Haufens, welcher als Gerstenbinge bekannt ist. Er forderte uns auf, das Land zu verlassen, was jedoch nach Erbrecht den verbliebenen Brüdern zustand. Zudem kamen mit einem mal Untote aus der Zinnmine des Dorfes. Welch ein bruderloser Ort! Ohne meine neuen Freunde und meinen Vertrag mit Hagen wäre ich sicher einfach gegangen.
Offenbar hatte sich in der Mine ein neuer Gang aufgetan, an dessen Ende sich eine Tür befand. Stockfinster und voller Unleben, hatte ich wenig Bedürfnis diese Tür zu öffnen. Allerdings waren meine thorwalschen Freunde und ich mit dieser Meinung ziemlich alleine. Ein Glück, dass so viele Heilkundige vor Ort waren, ansonsten hätten die Verwundeten die dies kostete bereits unsere Vorräte erschöpft. Voll von Spinnen war es hinter dieser Tür und niemand traute sich weiter, wurden doch alle von Schrecken erfüllt. Und was dann geschah wirst du mir kaum glauben. Ein Tsadiener, und wie du weißt, haben diese Diener der Brüder und Schwestern ein ähnliches Ansehen, wie unsere Priester, betrat den Gang und wurde von der Spinne verschleppt! Welch Katastrophe! Doch keiner der Garethjas tat irgendwas! Schließlich war ich es, der Maraskaner, der sich von den Fremdijis anhören musste, ungläubig zu sein, der zusammen mit Hagen die Mine betrat, um eine Rettung durchzuführen. Leider erfasste mich die selbe unnatürliche Angst, sodass ich nichts zur tatsächlichen Rettung beitragen konnte, aber der Funken war gezündet, woraufhin die Spinne erschlagen und der Tsadiener gerettet werden konnte.
Damit blieben doch die Dämonendiener. Ich selbst meldete mich zum Kämpfen bereit, mangelte es doch an fähigen Kräften und ich habe ja im Dschungel zumindest einige Erfahrung sammeln können. Unser Plan war nicht schlecht. Einige von uns versteckten sich in den Hütten, um den Kräften Gerstenbinges in den Rücken zu fallen. Wir würden den Magier töten, der die Ungestalteten unter seiner Kontrolle hatte, und so die Schlacht wenden. Nur wie heißt es so schön? Kein Plan ist Rur‘s Plan. Und so mussten wir erkennen, dass sich der Magier mit einem undurchdringlichen Kraftfeld selbst schützte! Unsere Attacken prallten einfach ab. Und zu allem Überfluss stieß mir einer unserer Leute bei seinem Angriff das Kampfmesser aus der Hand, sodass ich unbewaffnet dastand. Nur dank der Hilfe eines anderen thorwaler Magiers und der Tapferkeit aller anderer Kämpen überlebte ich dieses Kampf. Wir hatten gesiegt, doch nur knapp. Zudem hatte jemand die Hütte angesteckt, in der der Mörder des Bruders gefangen gehalten wurde, wodurch dieser kläglich verschied. Und es war nicht etwa ausgestanden, nein. Am Abend erschienen weitere, geisterhafte Ungestaltete. Und ich, blöd von Bier und Müdigkeit, vergaß meinen angeschlagenen Körper. Bald lag ich erneut ohne Bewusstsein auf dem Boden und träumte wohl von einer gar schrecklichen Spinne. An den Traum selbst erinnere ich mich kaum, doch sprach ich später, noch im Halbschlaf und mit frischen Gedanken, darüber. Länger als bis zum nächsten Morgen wollte niemand in diesem bruderlosen Flecken bleiben, und bald nach Sonnenaufgang machten wir uns auch auf den Weg.
Nun bitte ich dich, Perjin, eindringlichst zu verbreiten, dass dieser Ort vom Äthrajin befleckt ist und von den Wissenden gemieden werden soll. Keiner klaren Geistes sollte sich dorthin wagen, bis dieser Haffaja Gersterbinge aufgeknüpft ist.
Und damit verbleibe ich mit vierfachen Grüßen,
Dajin von Duderow

Saljin - (Kampf-)Koch (ZG 2 & 3 )
Dajin Goljew von Duderow - kämpfender Wundarzt (BZ3 & 4, div. Cons außerhalb ALEV)
Seine Gnaden Retorian Grimmwald - Nandusgeweihter (SdB5, AN1, div. Kleincons)
Lares - Baumeister, NSC (PzE 1 & 2)
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